15. Juni 2018 | 14:46

«Mobilitätsmonitor»: Was bewegt, bewegt

Von Andreas Burgener, Direktor auto-schweiz, Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure

 

Können Sie sich den Kauf eines Autos mit alternativem Antriebssystem vorstellen? In wie vielen Jahren sind Elektroautos für Sie so attraktiv, dass Sie eines kaufen werden? Diese und ähnliche Fragen waren Teil des diesjährigen «Mobilitätsmonitors». In Zusammenarbeit mit auto-schweiz führt gfs.bern diese Studie regelmässig alle zwei bis drei Jahre durch. Uns interessiert dabei, wie es um die Einstellung zum Verkehrsträger Strasse und zum Individualverkehr im Allgemeinen sowie zum Auto im Besonderen bestellt ist. Auch aktuelle Themen fragen wir dabei ab. Und wir veröffentlichen die Ergebnisse und stellen die Studie auf unserer Webseite zum Download zur Verfügung. Der neue «Mobilitätsmonitor 2018» ist Ende Mai erschienen und ich darf Ihnen an dieser Stelle bereits die eine oder andere interessante Erkenntnis vorstellen.

Mehrheit will bis in zehn Jahren elektrisch fahren

Schon die anfangs genannten Fragen lieferten aufschlussreiche Resultate. 72 Prozent der rund 1000 befragten Teilnehmer können sich demnach vorstellen, ein Auto mit alternativem Antrieb zu kaufen. Und eine Mehrheit von 53 Prozent sagt, dass für sie ein Elektroauto in spätestens zehn Jahren in Frage kommt. Diese Zahlen decken sich mit vielen Modell-Ankündigungen und Zielwerten der Automobil-Hersteller. Denn bis 2025 wird ein Hochlauf bei rein elektrischen Fahrzeugen erwartet, bei einigen Marken soll dann jedes vierte verkaufte Fahrzeug ausschliesslich über einen E-Motor verfügen. Aber schon in den kommenden zwei Jahren wollen immerhin 5 Prozent der Umfrage-Teilnehmenden zu einem lokal emissionsfreien PW greifen. Dieser Wert bestätigt das «10/20»-Ziel von auto-schweiz. Bis 2020 wollen wir dabei allein mit Elektroautos und Plug-in-Hybriden 10 Prozent am Neuwagenmarkt erreichen. Offensichtlich sind wir hier auf einem guten Weg.

Strasse wird positiv gesehen

Vielleicht spielt die zunehmende Elektrifizierung unserer Autos auch eine Rolle dabei, dass der motorisierte Verkehr insgesamt so positiv gesehen wird wie noch nie seit der ersten Erhebung vor 13 Jahren. 36 Prozent der Befragten sehen in ihm mehr Vorteile als Nachteile. Für 48 Prozent halten sich Vor- und Nachteile die Waage. Nur eine Minderheit von 13 Prozent ist gegenüber dem MIV negativ eingestellt. All dies sind Bestwerte für die Strasse, seitdem wir 2005 den ersten Mobilitätsmonitor durchgeführt haben. Auch das Interesse an Verkehrsfragen war noch nie so gross. Hier könnten die zahlreichen Abstimmungen der vergangenen Jahre (Initiative für eine faire Verkehrsfinanzierung, NAF, Gotthard-Strassentunnel etc.) positiven Einfluss gehabt haben. Und beim Thema Mobilität kann (fast) jeder mitreden, wir alle sind Teil des Verkehrs.

Deshalb kommt es auch wenig überraschend, dass der wachsende Stau zunehmend negativ wahrgenommen wird. Drei von vier Befragten betrachten Stau als Problem, nochmal drei Prozentpunkte mehr als 2015. Das sind, rein statistisch betrachtet, alle, die auf der Strasse unterwegs sind. Kein Wunder, eilt doch die Zahl der Staustunden von Rekord zu Rekord und lag 2016 bei über 24’000. Nur auf Autobahnen und Nationalstrassen, wohlgemerkt. Auch das ist eine Schlussfolgerung aus den Ergebnissen im «Mobilitätsmonitor»: Es bleibt noch viel zu tun.


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