CO2-Regelung für Neufahrzeuge

Ab 2020 wird sowohl in der Schweiz als auch in der Europäischen Union der bestehende CO2-Grenzwert für neue Personenwagen schrittweise auf 95g/km gesenkt. Ab dann gilt zudem ein Ziel von 147g/km für leichte Nutzfahrzeuge. Während diese Grenzwerte in der EU über sämtliche Mitgliedsstaaten hinweg gelten und sich so verschiedene Fahrzeugmärkte gegenseitig ausgleichen, müssen die Schweizer Automobil-Importeure die Ziele alleine erreichen. 

Im Rahmen der Revision der CO2-Verordnung als Teil der Energiestrategie 2050 hat der Bundesrat festgelegt, wie der Übergang zu den neuen Grenzwerten für Neufahrzeuge ab 2020 geregelt wird (vgl. Tabelle). Diese Einführungsmodalitäten bestehen zum einen aus einem jährlich ansteigenden Anteil der effizientesten Fahrzeuge, der bei der Berechnung des CO2-Durchschnitts eines Importeurs herangezogen wird («Phasing-in»). Zum anderen werden besonders emissionsarme Fahrzeuge (unter 50g CO2/km) mehrfach angerechnet («Supercredits»). Beide Instrumente haben sich bei Einführung des heute geltenden Grenzwertes von 130g/km für Personenwagen bestens bewährt. Aus diesem Grund hat auto-schweiz die erneute Anwendung von Einführungsmodalitäten grundsätzlich unterstützt.

Phasing-in: Anteil der effizientesten Fahrzeuge, die zur Berechnung des Flottendurchschnitts herangezogen werden.
Supercredits: Mehrfachanrechnung für Fahrzeuge bis max. 50g CO<sub>2</sub>/km an den Flottendurchschnitt

Unter dem Titel «10/20» gibt auto-schweiz ein ehrgeiziges Branchenziel für die Elektrifizierung des motorisierten Individualverkehrs aus. Im Jahr 2020 soll jeder zehnte neue Personenwagen, der in der Schweiz oder in Liechtenstein immatrikuliert wird, ein Elektroauto oder Plug-in-Hybrid sein. Die Vorgabe ist äussert ambitioniert, betrug doch der E-Fahrzeug-Anteil 2017 gerade einmal 2,7 Prozent. Nur mit der Erreichung dieses Ziels sowie Wachstum bei anderen alternativen Antrieben wie etwa Gas- oder Hybridautos wird es möglich sein, den ab 2020 geltenden CO-Grenzwert von durchschnittlich 95 Gramm pro Kilometer annähernd zu erreichen. Voraussetzung für «10/20» ist jedoch die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die Elektromobilität, wozu ein rascher und massiver Ausbau der öffentlich verfügbaren Lade- und Tankstelleninfrastruktur für alternative Treibstoffe zählt.

Eine besondere Herausforderung stellt die Einführung des neuen Grenzwertes für leichte Nutzfahrzeuge dar. Auch hier befindet sich die Schweiz in einer Sonderrolle, erläutert Andreas Burgener: «Nach den Zahlen für 2016 hat die Schweizer Flotte von Lieferwagen und leichten Sattelschleppern mit durchschnittlich 188 Gramm CO2 pro Kilometer europaweit den höchsten Wert. Der EU-Durchschnitt lag bereits 2015 20 Gramm tiefer. Die Anforderungen bezüglich Gewicht und Leistung der Fahrzeuge sind in der Schweiz völlig anders geartet.» Deshalb hatte sich auto-schweiz für eine separate Nutzfahrzeug-Regelung mit Rücksicht auf die Schweizer Situation eingesetzt und werde dies auch weiterhin tun, so Burgener. «Hohe Strafzahlungen für unsere Kunden bringen nichts, weil die Fahrzeuge ansonsten wie Autos auch nach sechs Monaten sanktions- und steuerfrei über die Grenze kommen.» Damit sei weder den Schweizer Steuereinnahmen noch der Umwelt gedient, so Burgener abschliessend.