Autoland Schweiz

In der Schweiz waren 2016 über 6 Millionen Motorfahrzeuge registriert, davon mehr als 4,5 Millionen Personenwagen. Die Automobilbranche ist für die Schweizer Wirtschaft von enormer Bedeutung. Zudem haben technische Entwicklungen einen grossen Einfluss auf den Klimaschutz und die Sicherheit.

Bedeutung für die Wirtschaft

Die Automobilbranche ist wichtig für die Schweizer Volkswirtschaft. Autoimporteure, Garagisten, Transporteure, Tankstellen und Versicherungen bieten zusammen rund 220'000 Menschen hochwertige Arbeitsplätze. Sie erwirtschaften einen bedeutenden Umsatz von mehr als 90 Milliarden Franken im Jahr. Dies entspricht rund 13 Prozent des Schweizer Bruttoinlandprodukts.

Energieeffizienz und Alter der Autos

Mehr als ein Drittel der 4,5 Millionen Personenwagen in der Schweiz sind älter als zehn Jahre. Gemessen am heutigen Stand der Entwicklung sind damit 1,63 Millionen Autos völlig veraltet. Das wirkt sich nicht nur negativ auf die Sicherheit, sondern auch auf die Umwelt aus: Moderne Autos verbrauchen im Schnitt rund 25 Prozent weniger Treibstoff und bieten dank technischer Innovationen den Insassen besseren Schutz. Heute sind in bei den über 4'000 offiziellen Markenhändlern mehr als 2'300 Fahrzeugmodelle erhältlich, welche den Energieeffizienzkategorien A und B angehören und durchschnittlich höchstens 5 Liter Treibstoff auf 100 Kilometern verbrauchen. Die steigenden Verkaufszahlen in diesen beiden Kategorien zeigen einen erfreulichen Trend hin zu modernen, energieeffizienten Fahrzeugen.

Treibstoffe der Autos

Benzin ist heute der wichtigste Treibstoff für Personenwagen. Allerdings hat Diesel kräftig aufgeholt. Von den 2015 verkauften Fahrzeugen verfügen 42,4 Prozent über einen Dieselmotor. Wegen des höheren Energiewertes von Diesel brauchen Dieselfahrzeuge rund 10 bis 15 Prozent weniger Treibstoff als vergleichbare Benziner. Deshalb wäre es umweltpolitisch sinnvoll, die energieeffizienteren Dieselfahrzeuge durch die höhere Besteuerung an der Zapfsäule nicht noch zu bestrafen. Naturgas, Biodiesel und Bioethanol sind heute als Alternativtreibstoffe erhältlich. Daneben gewinnen elektrifizierte Antriebe, wie reine Elektro- oder Hybridfahrzeuge, immer mehr an Bedeutung. Insgesamt machten die Alternativ-Antriebe 2015 4,2 Prozent des Gesamtmarktes in der Schweiz aus.

Der Antrieb der Autos

Die Motoren moderner Autos sind sauberer, effizienter und leiser. Ein Vergleich illustriert den Fortschritt: Ein Modell aus dem Jahre 2015 leistet 150 PS und verbraucht 4,7 Liter Benzin auf 100 Kilometern. Im Vergleich dazu verbrauchte dasselbe Modell aus dem Jahr 1995 mit 90 PS Leistung 8 Liter Benzin. Ob Diesel, Benzin, Gas oder Strom: Die Effizienz der Motoren wird laufend verbessert – die Automobilindustrie ist eine der innovativsten Branchen überhaupt. Neben der Weiterentwicklung des Hybridsystems werden immer mehr reine Elektrofahrzeuge mit grösseren Reichweiten angeboten. Zudem werden die Preise für Elektroautos durch günstigere Akkus in den kommenden Jahren weiter sinken.

Klima/CO2 und das Auto

CO2 ist ein Treibhausgas und trägt zur Klimaerwärmung bei. 96,5 Prozent aller CO2-Emissionen sind allerdings  natürlichen Ursprungs. Der Mensch verursacht lediglich die restlichen 3,5 Prozent. Die Schweiz ist für 0,2 Prozent des weltweiten CO2-Ausstosses verantwortlich. Die Personenwagen verursachen rund ein Viertel der CO2-Belastung in der Schweiz. Um den CO2-Ausstoss zu reduzieren, setzen die Autohersteller eine ganze Palette von technischen Lösungen ein. Dazu gehören Gewichtsreduktion, Steigerungen des Wirkungsgrades von Motor und Kraftübertragung, Downsizing (Verkleinerung des Hubraums) oder alternative Treibstoffe. Mit solchen fortschrittlichen Lösungen konnten der Treibstoffverbrauch und damit die CO2-Emissionen seit 1996 um mehr als 30 Prozent verringert werden.

Sicherheit bei Autos

Airbag, Gurtstraffer, Fahrsicherheitsprogramme, ABS und Stabilitätsprogramme gehören zur Standardausstattung neuer Autos. Mehr Sicherheit bedeutet aber auch mehr Gewicht. Mehr Gewicht bedeutet wiederum einen höheren Treibstoffverbrauch, was sich letztlich negativ auf die angestrebte Treibstoffreduktion auswirkt. Ökologie gegen Sicherheit – ein klassischer Zielkonflikt, der leider im öffentlichen Bewusstsein viel zu wenig verankert ist. Obwohl der Strassenverkehr zwischen 1986 und 2014 um einen Viertel zugenommen hat, sind die tödlichen Unfälle im selben Zeitraum um mehr als 75 Prozent zurückgegangen. Die Sicherheitsanstrengungen der Automobilbauer haben merklich zu dieser Abnahme beigetragen.